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Rollstuhlfahrer müssen Umwege auf sich nehmen
Penzlin. Fritz Bleiß kennt die Stufen, nichtabgesenkte Bürgersteigkanten und Holperstraßen in seiner Stadt. Für ihn als Rollstuhlfahrer sind viele von ihnen unüberwindbare Barrieren. Gemeinsam mit dem Penzliner machten sich am Mittwoch Mitglieder der FDP auf, um die Barrierefreiheit der Stadt zu testen.
Aber nicht nur Rollstuhlfahrer, auch Eltern mit Kinderwagen oder alte Menschen mit Rollator haben an manchen Stellen der Stadt mit den Unebenheiten des Bodens zu kämpfen. Die Penzlinerin Marie-Luise Rose kennt das Problem von ihrer Schwiegermutter und anderen Älteren. "Wenn die auf dem Kopfsteinpflaster nicht mehr weiterkommen, drehen sie sich um und ziehen den Rollator hinter sich her", berichtet sie. "Das ist doch gefährlich." Vor allem, wenn mehrere Einkaufstaschen am Rollator hängen, könnten ältere Frauen ihr Gefährt nicht anheben. Ein Bordstein in einer normalen Höhe ist da schon zu hoch.
Gedankenlos finden es die Fußgänger, die mit Bleiß in der Stadt unterwegs sind, dass es an Stellen wie dem Ärztehaus in der Großen Straße oder am Marktplatz einen abgesenkten Bordstein nur auf einer Seite der Straße gibt. "Da komme ich mit meinem Rollstuhl nicht 'rüber", sagt Fritz Bleiß. "Ich muss an dieser Stelle einen riesigen Umweg machen."
Manchmal ist der Gehweg zu schmal, an anderen Stellen ist er so abschüssig, dass der Rolli fast ins Kippen gerät. In der Warener Straße steht ein Lichtmast auf dem Weg, an dem Bleiß nur mit Mühe vorbeikommt. An der Ecke Kirchstraße/Turmstraße ist nur eine Straßenseite saniert. Ein komplett abgesenkter Bordstein ist allerdings auch keine Lösung. Blinde brauchen eine deutliche Kante, damit sie mit ihrem Stock erfühlen können, wo der Gehweg aufhört und die Straße beginnt.
Die Mängel sind den meisten Passanten erst bei der gemeinsamen Tour mit Fritz Bleiß aufgefallen. "Darauf achtet man ja normalerweise nicht, wenn man nicht betroffen ist", sagt Marie-Luise Rose. "Dabei kann das auf alle zukommen", ergänzt Gerhard Kresin (FDP).
Von Julia Schäfer
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Fotos: FDP OV Penzlin
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