Pressemitteilung, 22.09.2008

FDP unterstützt Bürger aus Groß Vielen im Kampf gegen den vorbestraften Sexualtäter

Der mehrfach vorbestrafte Sexualstraftäter aus dem brandenburgischen Joachimsthal befindet sich seit Anfang September in einer sozialtherapeutischen Einrichtung in unserem Landkreis, genau in Zahren bei Groß Vielen. Dieser Mann wurde im April aus der Haft entlassen, nachdem der Bundesgerichtshof eine nachträglich beantragte Sicherungsverwahrung ausschließlich wegen rechtlicher Mängel zurückweisen musste. Viele Wochen lang wurde nach einer geeigneten Therapieeinrichtung gesucht. Zur Erinnerung, der Sexualstraftäter hatte fünf Frauen und mehrere Minderjährige vergewaltigt. Insgesamt saß er schon 22 Jahre hinter Gittern. Der Mann ist gefährlich - nach wie vor. Trotzdem ist er ein freier Mann, der seit seinem 17. Lebensjahr fast ausschließlich Gefängnisstrafen verbüßte. Er kann bedauerlicherweise theoretisch hingehen, wohin er will.

Im brandenburgischen Joachimsthal, wo er nach seiner Entlassung im April Zuflucht bei Verwandten suchte, hat sein Erscheinen für große Aufregung gesorgt. Eine Bürgerinitiative, die sich um die Sicherheit von Frauen und Kindern im Ort sorgte forderten lautstark und öffentlich die Entfernung aus Joachimsthal. Fieberhaft suchten die Behörden in Brandenburg nach einem Therapieplatz für den vorbestraften Mann. Doch im eigenen Bundesland war nichts zu finden. Dafür ist man leider im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern fündig geworden. In der Hansestadt Stralsund meldete die Polizei, für den Fall, dass der Mann dort therapiert werden sollte, Sicherheitsbedenken an.

Bedauerlicherweise entsprach Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) der Bitte der Brandenburger, den Mann hier unterzubringen. Allerdings erst nach dem Ende der Urlaubssaison. Und nur solange, bis in Brandenburg ein geeigneter Platz für ihn gefunden sei. Sind unsere Menschen im Landkreis weniger Wert als die Urlauber oder wie ist dieser allzu dumme Erklärungsversuch zu verstehen?

Nun haben die Einwohner der Gemeinde Groß Vielen den Schweriner Innenminister Lorenz Caffier (CDU) aufgefordert, für die Verlegung dieses Mannes zu sorgen. Bürgermeisterin Ingeborg Heller sagte, die Gemeinde fühle sich hintergangen. Caffier indes äußert sich diesmal etwas anders, er mahnt jetzt zur Besonnenheit. Mit derselben Entschlossenheit, mit der er sich für die Sicherheit der Bürger einsetze, werde er rechtswidrigen Aktionen entgegentreten. Es stellt sich nur die Frage, warum er Niemanden vorher informiert hat?

Die Bürger schreiben jetzt täglich Briefe an Innenminister Lorenz Caffier (CDU), sie sammeln Unterschriften und - sie haben Angst. Angst vor diesem Mann, der in ihrer Nachbarschaft wohnt. Auch nur ein wenig Verständnis für die Menschen vor Ort, hätte eine solche Entscheidung wohl unmöglich gemacht.

Zu allem Übel kommt noch hinzu, dass die Gutachter erklärten, dass sie den Mann, der sechs Frauen vergewaltigt hat und auch für den sexuellen Missbrauch von Mädchen verantwortlich sein soll, weiterhin für gefährlich halten. Laut Berichten schließen die Gutachter nicht einmal aus, dass er zur Vertuschung einer Tat töten könnte.

Schon einmal kam dieser Mann nach Zahren, wurde aber wieder abgeholt. Wohl auch, weil die Einwohner des Ortes schon damals mitbekommen hatten, wer in ihrer Nachbarschaft wohnt und auf die Barrikaden gehen wollten. Damals ist Verantwortlichen im Dorf und beim Landkreis versprochen worden zu informieren, sobald wieder ein gefährlicher Straftäter aufgenommen wird. Gehalten hat man sich daran aber nicht. Ein übles Spiel auf Kosten unserer Bürger. Wer so mit den Ängsten der Menschen umgeht, der muss sich fragen lassen, ob er der Richtige Mann als Innenminister ist.

Toralf Schnur, MdL
Kreisvorsitzender

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