Quelle: Hallo Nachbar, 20.12.2006

FDP-Mitglieder einhellig: Kresin kandidiert als Landrat


Stuer (nb_rv). "In der äußersten Ecke" des Müritz-Kreises tagten die hiesigen Mitglieder der Liberalen, um über die jüngsten Ergebnisse der kommunalen und Landtagsarbeit zu beraten. Der Bürgermeister von Stuer, Gundolf Otto, war besonders erfreut, die Mitglieder der Müritz-FDP als auch Vertreter der Bundes- und Landesparlamente im frischrenovierten Gemeindehaus, dem ältesten des Kreises, begrüßen zu können: "Schön, dass Ihr nicht die Randregionen vergesst".

Nach einer ausführlichen Darstellung des historischen und aktuellen Lebens in der Gemeinde "ging es ans Eingemachte" - die jüngsten Entwicklungen der Politik in Bund, Land und Kommunen wurden ausgiebig diskutiert. Insbesondere die desaströsen öffentlichen Haushalte sorgten für Unmut. Zuviel Geld geht für von übergeordneten Stellen übergehalfterten Aufgaben weg - zu wenig bleibt für sinnvolle künftige Entwicklungen und freiwillige Aufgaben. Auch die mit hohen Kosten verbundene Personalentwicklung bot Anlass zur Kritik. Es müsse noch deutlich mehr getan werden, um effizient und bürgernah zu arbeiten. Damit war quasi der Ball ins Rollen gebracht worden, ob die Müritz-FDP mit einem eigenen Kandidaten um die Besetzung der durch Jürgen Seidels (CDU) Weggang in die Schweriner Landesregierung freigewordenen Funktion des Landrates beteiligen wolle. FDP Kreisvorsitzender Toralf Schnur: "Wir wollen Alternativen anbieten - personell und inhaltlich; wenn wir antreten, wollen wir gewinnen." Die anschließende Diskussion ließ daran keine Zweifel. Das Votum der 23 Stimmberechtigten dazu war ebenso hundertprozentig wie es keiner großen Überzeugungskünste bedurfte. In der nachfolgenden Kreismitgliederversammlung schlug Dieter Kurth "den Kommunalpolitiker erster Güte" Gerhard Kresin vor. Der Penzliner freiberufliche Bauingenieur hatte zwar Bedenken wegen der rechtlichen Perspektive des zeitweiligen Mandats, war aber "wegen des ungeheuren Zuspruchs auch außerhalb der eigenen Reihen" und der Unverfälschtheit der liberalen Politik optimistisch, eine gute Chance zu haben.

In der geheimen Wahl stimmten, bei je einer Enthaltung und Gegenstimme, 91,3 Prozent für Gerhard Kresin als Kandidaten für direkt abzuhaltende Landratswahl am 11. Februar nächsten Jahres. Ein großer Blumenstrauß, anhaltender Beifall, viele Glückwünsche und Unterstützungsversprechen für den langjährigen Kommunalpolitiker beendeten Kreisparteitag und -mitgliederversammlung der Liberalen.

Der 71jährige Gundolf Otto konnte es sich wegen einzelner Unmutsäußerungen gegen Veranstaltungen im Warener "Tanzpalast" nicht verkneifen: "Wie alt muss man werden, um zu glauben, Wahlkampf dürfe keinen Spaß machen?"

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