Quelle: Hallo Nachbar, 13.09.2006

Die Gleichstellungsfrage(n) - Parteien auf den Zahn gefühlt


Waren (nb). Zu einem Forum, wie die zur Landtagswahl stehenden Direktkandidaten zur Gleichstellung zwischen Mann und Frau stehen würden, hatte kürzlich die regionale Organisation in das Haus des Gastes geladen. Bürger schien das wenig zu interessieren; die "Offiziellen" waren zahlreich unter ihresgleichen. Der NPD-Kandidat war ungeladen und der CDU-Bewerber hatte sich wegen anderer Termine entschuldigt. Alle bekamen die gleichen Fragen und hinreichend Zeit, sich zu ihrer Meinung nach dem Stand und der Zukunft der Gleichstellung zu äußern. Selbstredend waren die im Lande regierenden Parteien im Vorteil. Sie konnten politische und materielle Erfolge vorweisen, die Herausforderer hingegen nur persönliche Meinungen oder programmatische Statements. Aus Zuschauersicht schnitten SPD, PDS und Grüne wohl am Besten ab, während FDP Listenkandidat Schnur sich in Vertretung des Direktkandidaten anfänglich einigen Anfeindungen ausgesetzt war. "Sie haben das Klischeedenken der 70er Jahre." In der anschließenden Fragerunde wurde man sich aber recht schnell wieder einig. Gleichstellung muss sein und es gibt noch sehr viel zu lernen und noch mehr zu tun. Auch kontroversere Themen wurden tiefgründig behandelt. Häusliche Gewalt, Mindestlöhne, Zivilcourage, Videoüberwachung, Rechte und Pflichten, Familien-Definition und Ehrenamt. Da der mündige Bürger nicht dabei war, bleibt wohl nur das genaue Lesen in und zwischen den Zeilen der Wahlprogramme als Entscheidungshilfe. Eine ketzerische Frage sei erlaubt: Warum gibt es keinen Gleichstellungsbeauftragten?

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