Müritz- Zeitung, 15.07.2004

Gerhard Kresin ist „Chef im Ring“ des Müritz-Kreistages
Penzliner erhält 25 Stimmen, Kandidat Brach 20

Waren. (Nordkurier Redaktionsmitglied Antje Gest)
Der neue Präsident des Müritz-Kreistages kommt aus der kleinsten Stadt der Region, ist 53 Jahre alt und Mitglied der FDP: Genau 25 Politiker entschieden sich gestern Abend für Gerhard Kresin aus Penzlin als höchsten Repräsentanten des Müritzkreises. Damit hat seit der politischen Wende bereits zum zweiten Mal ein Liberaler das Sagen im Kreis-Parlament. Denn in der ersten Legislaturperiode war bekanntlich der Malchower Jürgen Schadow (FDP) „Chef im Ring“, damals noch des Landkreises Waren.
Für Jobst-Peter Brach, der in den vergangenen fünf Jahren als Kreistagspräsident fungierte und der von der PDS erneut ins Rennen geschickt wurde, entschieden sich 20 Abgeordnete. Die in den vergangenen Tagen eigentlich von der SPD favorisierte Bewerberin Christine Bülow stellte sich doch nicht mehr zur Wahl.
Für Gerhard Kresin, der die Kommunalpolitik in- und auswendig kennt, von 1990 bis 1994 beispielsweise Bürgermeister in Penzlin war, ist seine Wahl zum Kreistagspräsidenten Ehre und Anerkennung zugleich. „Es mag der Tag kommen, an dem der eine oder andere bereut, mich gewählt zu haben. Aber ich hoffe, dass auch der Tag kommt, an dem sich jemand fragt, warum er mich nicht gewählt hat“, sagte Kresin und meinte zugleich, dass er viele Kriterien, die einige Parteien beim obersten Repräsentanten sehen wollten, erfülle. Denn zuvor sei häufig zu hören gewesen, dass der Kreistagspräsident nicht der Partei des Landrates angehören sollte, was bei ihm auch nicht der Fall sei. Außerdem wäre es von Vorteil, wenn der „Boss“ nicht aus der Kreisstadt Waren stamme, um die anderen Städte und Gemeinden besser ins Spiel zu bringen. Auch das sei bei ihm gegeben. Allerdings wies Kresin gleich auf eine Gemeinsamkeit zwischen ihm und Landrat Jürgen Seidel (CDU) hin: Beide seien in ihrer Freizeit
leidenschaftliche Musiker und hätten sich der Rockmusik der 60-er und 70-er Jahre verschrieben. Zur Beruhigung meinte er aber schnell: „Wir spielen in verschiedenen Bands.“
Zum Stellvertreter von Kresin wurde Burkhard Dittmann (CDU) aus Hohen Wangelin gewählt, zweite Stellvertreterin ist Evelyn Braun (SPD) aus Gotthun. Der PDS-Abgeordnete Jobst-Peter Brach bat jedoch um eine Überprüfung der Stellvertreter-Wahlen, da es seiner Ansicht nach einen Fehler beim Vorschlagsrecht gegeben habe.

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