Müritz- Zeitung, 15.06.2004

Warens Parlament "schillert" jetzt in bunten Farben
Machtverhältnisse grundlegend verändert

Waren. (Nordkurier Redaktionsmitglied Antje Gest) Während das Warener Stadtparlament in den vergangenen fünf Jahren mit nur drei Parteien (CDU, SPD, PDS) doch recht übersichtlich war, kommt jetzt so richtig Leben in die "Bude". Denn sowohl die Grünen, als auch die FDP und die MUG haben den Einzug in die Stadtvertretung geschafft und bringen die bisherigen Mehrheitsverhältnisse nunmehr richtig durcheinander.CDU, SPD und PDS haben zugunsten der "Neuen" Sitze abgeben müssen. So kam die Union auf 34,6 Prozent und darf damit zehn Abgeordnete stellen. Das sind allerdings drei weniger als bisher. Die SPD schafft 21,7 Prozent (6 Sitze) und verliert damit ebenfalls drei Plätze. Knapp hinter der SPD fährt die PDS mit 21 Prozent ins Parlament, macht mit sechs Frauen und Männern Warener Politik und muss damit auch mit einem Sitz weniger auskommen. Die FDP, die in der vergangenen Legislaturperiode vor der Tür bleiben musste, zieht gleich mit drei Abgeordneten (8,2%) ein, ebenso die neue Müritzer Unternehmungs Gruppe (MUG), die auf stolze 11,5 Prozent kommt und damit viertstärkste Kraft in der Warener Stadtvertretung wird. Auch die Grünen spielen nunmehr wieder eine Rolle in der Politik des Luftkurortes, wenn auch nur mit einer Parlamentariern.Bei der CDU trifft man auf viele bekannte Gesichter. So sind mit Jürgen Fischer, Joachim Werner, Ralf Spohr und Gabriele Gest beispielsweise gleich vier Müritzstädter in der Stadtvertretung, die bereits seit 1990 ununterbrochen mit abstimmen. Ebenso wie Horst Hoeft von der SPD und Heidemarie Engelking von der PDS. Die meisten Stimmen überhaupt bekam der langjährige SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Möller mit 2073 an der Zahl. Auf Platz zwei folgt der bisherige Stadtpräsident Rüdiger Prehn (PDS), hinter dessen Namen 1910 Kreuzchen gemacht wurden. Auf Rang drei dann eine Frau, nämlich Helga Weckert von der CDU mit 1525 Stimmen. Bei der FDP dominiert mit 365 Kreuzen der Warener Gastwirt Wolfgang Kerber, der in der ersten Legislaturperiode schon einmal mit von der Partie war, seither pausierte und jetzt wieder loslegen will. Der Bauaunternehmer Ingo Warnke liegt bei der MUG mit 740 Stimmen vorne. Bei der Wählergruppe gibt es zudem ein Kuriosum, denn obwohl man annehmen müsste, dass Erwin Reschke mit 293 Stimmen künftig Politik macht, zieht aber Kandidat Andé Knippenberg mit lediglich 84 Stimmen ein. Das liegt nach Auskunft von Hauptamtsleiterin Christiane Loose an den Stimmen der einzelnen Kandidaten in den verschiedenen Wahlbereichen.Der Kreisvorsitzende der FDP, Torlaf Schnur, hat - wie auch beim Kreistag - den Einzug in die Warener Stadtvertretung nicht geschafft.Warens Bürgermeister Günter Rhein (SPD) konnte zu "seinem" neuen Stadtparlament, mit dem er künftig ja arbeiten muss und das ihn kontrollieren soll, noch nicht befragt werden. Der Verwaltungschef ist dem Wahlstress bereits vor dem 13. Juni nach Norwegen in den Urlaub entflohen und telefonisch nicht zu erreichen.

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